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Die Deutlichkeit des Ergebnisses überrascht: Im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Geschlechtergerechtigkeit in der Rehabilitation haben 85 Prozent der befragten Frauen ausgesagt, dass sie der Reha unter Einschluss von reinen Frauengruppen den Vorzug vor einer gemischten Reha geben. Befragt wurden die Frauen, nachdem sie eine kardiologische Rehamaßnahme in der Klinik Martinusquelle des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe absolviert hatten. Die Frauen nahmen am Reha-Programm ReGe – Rehabilitation Geschlechtergerecht teil, das zum Ziel hatte, ein geschlechtergerechtes Reha-Therapieprogramm in die Routineversorgung der kardiologischen Rehabilitation in Nordrhein-Westfalen einzuführen. „Unsere Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache“, formuliert Dirk Wehmeier, der das Projekt seitens des MZG koordinierte. „Eine große Mehrheit der Frauen, die teilgenommen haben, empfanden eine Geschlechtertrennung in verschiedenen therapeutischen und psychologischen Betreuungen sowie der Ernährungsberatung als sehr positiv.“ An der im Rahmen des NRW Ziel 2-Programmes 2007 – 2013 (EFRE) geförderten Studie haben sich vom Juli 2013 bis zum Juni 2015 über 250 Frauen beteiligt. Die positive Beurteilung durch die Teilnehmerinnen ist für Michael Ennenbach, der als Kfm. Direktor für die Klinik Martinusquelle verantwortlich ist, ein Anlass, das Frauentherapieprogramm in der kardiologischen Reha über den Förderzeitraum hinaus fortzuführen: „Das Projekt hat gezeigt, dass am Beispiel der Indikation Kardiologie in der Klinik Martinusquelle ein geschlechtergerechtes Therapieprogramm positive Ergebnisse zeigt und auch seitens der Teilnehmerinnen sehr gut angenommen wird. An diesem praktischen Beispiel werden die in der Fachliteratur dargestellten geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Erkrankungen belegt. Ziel muss es sein, diese Erfahrungen auf weitere Indikationen und Kliniken zu übertragen.“ Somit könnte das Projekt auch bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen. „Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit und Akzeptanz seitens der Teilnehmerinnen im Rahmen des ReGe-Projektes“, freut sich der MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer. Als Erfolgsfaktoren haben sich nach Angaben von Dr. Ralf Schipmann, Chefarzt der Fachklinik für Erkrankungen der Atmungsorgane und allergische Erkrankungen und der Fachklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen in der Klinik Martinusquelle, der Einbezug von Testphasen mit einer überschaubaren Anzahl von Patientinnen zu Beginn des Projektes sowie ein enger Austausch des ReGe-Teams herausgestellt. „Ebenfalls erfolgte eine Reflektion zu den geschlechtsspezifischen Besonderheiten in der Therapie. Diese Erkenntnisse tragen auch zur Optimierung des Männerprogrammes bei.“

Das Projekt ReGe – Rehabilitation Geschlechtergerecht war eines der Siegerprojekte des Wettbewerbs IuK & Gender Med.NRW. Es wurde mit Mitteln der EU und des Landes NRW im Rahmen des NRW Ziel 2-Programm 2007 – 2013 (EFRE) gefördert. Die Projektleitung lag beim Medizinischen Zentrum für Gesundheit Bad Lippspringe gGmbh. Projektpartnerin war die Ludwig-Maximilians-Universität München.

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Präsentieren den Abschlussbericht (v. l.): Dr. Ralf Schipmann, Michael Ennenbach, Dirk Wehmeier und Achim Schäfer.

Foto: Heiko Appelbaum

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