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Vor einem Jahr hat das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe einen ambulanten Intensivpflegedienst gegründet. Unter dem Namen „Mehr Zeit Gemeinsam“ kümmern sich die Mitarbeiter im Gebäude der Teutoburger-Wald-Klinik in erster Linie um Menschen, die auf eine dauerhafte maschinelle Beatmung angewiesen sind. Die zehn Plätze sind stetig belegt. „Wir schreiben innerhalb der jüngsten Erfolgsgeschichte des MZG ein eigenes kleines Kapitel“, freut sich der Pflegedienstleiter Alberto Oliveira. Er leitet „Mehr Zeit Gemeinsam“ und ist stolz auf die „hohen Qualitätsmaßstäbe, die sich auch an der Qualifikation der Mitarbeiter ablesen lassen“. Zum Team gehören vier Pflegeexperten für außerklinische Beatmung. Alle anderen Kollegen sind Pflegefachkräfte für außerklinische Beatmung. Die Stellvertretende Pflegedienstleiterin Kerstin Wolter betont, dass hinter dem Gesamtkonzept des ambulanten Intensivpflegedienstes eine eigene Philosophie stecke: „Wir gestalten den Lebensalltag der Bewohner sehr individuell und lassen sie nach Möglichkeit aktiv am Leben teilhaben.“ Die Mitarbeiter von „Mehr Zeit Gemeinsam“ sprechen bewusst von Bewohnern und nicht von Patienten. Für die Bewohner ist es ein besonderes Erlebnis, nachmittags im Park spazieren zu fahren oder Ausflüge zu weiter entfernten Zielen zu unternehmen. Wenn es der Allgemeinzustand der Bewohner erlaubt, können sie auch – selbstverständlich unter Begleitung einer Fachkraft für außerklinische Beatmung – an einer Familienfeier teilnehmen. Um die ständige Verbesserung des Allgemeinzustandes der Bewohner kümmern sich täglich Physio-, und Ergotherapeuten sowie Logopäden, die unter dem Dach des MZG tätig sind. „Das riesige MZG-Netzwerk hilft uns enorm weiter“, sagt Alberto Oliveira, Leiter der Wohngemeinschaft. Dazu gehöre auch die Nähe zur Karl-Hansen-Klinik. Das Akut-Krankenhaus hat einen Schwerpunkt im Bereich der Lungenheilkunde und stellt rund um die Uhr die fachärztliche Betreuung sicher. Die Bewohner leben Wochen oder auch Monate in der MZG-Einrichtung. „Wir sind aber kein Pflegeheim“, macht Kerstin Wolter deutlich. Wer einen der zehn begehrten Plätze bekommt, mietet eines der komfortabel ausgestatteten Zimmer, die alle über ein eigenes Bad verfügen. Zudem gibt es eine Gemeinschaftsküche und einen großen Aufenthaltsraum, der als Treffpunkt genutzt wird. „Mehr Zeit Gemeinsam ist also eine Beatmungs-WG.“ Es gehört auch zum Konzept, dass die Angehörigen stark eingebunden werden – wenn sie es möchten. „Viele sind dankbar, dass sie sich einbringen können“, sagt Kerstin Wolter. „Das gemeinsame Erleben der Freizeit und die Sicherheit der fachlichen Betreuung entspannen die für viele Angehörige belastende Situation.“ Besuche sind Tag und Nacht möglich. Ein wichtiger Aspekt ist es, dass die Bewohner und die Angehörigen lernen, mit der Beatmung offensiv umzugehen und am Leben teilhaben. „Wir sind Mutmacher und geben manchmal auch einen kleinen Stupser“, sagt Pflegedienstleiter Alberto Oliveira. „Aufgeben gilt nicht und mit einem aufmunternden Lächeln kann man eine Menge erreichen.“ Und wenn das Lächeln dann zurückkommt, ist das für die Mitarbeiter von „Mehr Zeit Gemeinsam“ eine schöne Bestätigung, dass sie viel erreicht haben.

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Spaziergänge in die Umgebung, wie hier zur Lippequelle, sind für die Bewohner immer ein schönes Erlebnis. Begleitet werden sie dabei auch von der Pflegeassistentin Adriana Schmiedel (2. v. l.) und Alexandra Haper (Auszubildende zur Pflegefachkraft, 4. v. l.).

Foto: Alberto Oliveira

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