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Die Fehltage durch psychische Er-krankungen steigen. Nicht nur die Arbeitnehmer stehen unter Druck, auch die Füh-rungskräfte sind oft am Limit. Es fehlen Fachkräfte und ein Generationenwechsel mit den unterschiedlichen Werten und Zielen ist in vollem Gange. Auch der Stadt Salz¬kotten, mit ca. 280 Beschäftigten einem der größten Arbeitgeber der Stadt, sind diese Themen nicht fremd. Dr. Regina von Einsiedel, Chefärztin des Zentrums für Psychosomatische und Psy-chotherapeutische Medizin (ZPPM) am Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe und Thorsten Hörhold, Suchttherapeut der Klinik am Park im ZPPM, führten daher im Auftrag der Stadt einen interaktiven Workshop im Ratssaal der Stadt Salzkotten durch. Bürgermeister Ulrich Berger und viele Führungskräfte der Stadt und der Stadtwerke nahmen aktiv an diesem Tagesworkshop teil. In Vorträgen und Übungen informierten sie sich über das Thema Burnout und seine Geschwister. Wie unterscheidet sich Burnout von Depressionen? Was sind die Symptome, wann bietet sich eine Prävention, ein Workshop oder gar ein Gang zum Psychiater oder Psychotherapeuten an? Was kann ich als Führungskraft tun und wie spreche ich die Betroffenen an? Welche unterschiedlichen Diagnosen muss ich bei einem so ge¬nannten Burnout bedenken? Denn Burnout hat Schwestern. Die zweieiige Zwillings¬schwester des Burnout-Syndroms ist die Depression. Auch Sucht im Betrieb kommt häufig vor. Alkohol ist gesellschaftlich anerkannt und akzeptiert. Man fällt eher negativ auf, wenn man in Gemeinschaften ein Glas aus¬schlägt. Alkohol steigert die Stimmung, enthemmt und ist quasi ein gesellschaftliches Muss. Aber was ist, wenn man nicht aufhören kann zu trinken? Wenn man bei der Arbeit oder im Dienst eine Alkoholfahne hat, schwankt, die Arbeit fehlerhaft wird oder die Eltern der zu betreuenden Kinder durch ein Alkoholproblem auffallen? Dann wird der Spaß zum drastischen Problem, das man als Arbeitgeber und als Führungsperson nicht ignorieren darf. Thema war auch das Pathologische Glücksspielen und andere so genannte nicht-stoffgebundene Süchte. Ulrich Berger: „Der Workshop war sehr aufschlussreich. Wir haben alle viel gelernt, waren teilweise geschockt über die Symptome und Folgen von chronischem Stress, Alkohol und Spielsucht. Wir scheuen uns nicht, uns den Tabuthemen offen zu stel¬len. Bei uns soll niemand stigmatisiert werden, wenn er ein psychisches Problem oder eine Suchterkrankung hat. Wir wollen helfen.“ Dr. med. Regina von Einsiedel und Thorsten Hörhold sind einer Meinung: „Es ist doch klar, wenn man vorwiegend mit dem Kopf arbeitet und nicht nur mit dem Kör¬per, stellen sich psychische Störungen ein und keine Knochen- oder Lungenerkran¬kungen. Eine Stigmatisierung ist altmodisch.“ Am Ende des Workshops waren alle zufrieden. „Ein nachhaltiges und gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement ist auch für die Stadt Salzkotten ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung und der Posi-tionierung als modernes Unternehmen am Arbeitsmarkt. Daher sind wir dabei, ent-sprechende Strukturen bei uns zu schaffen. Mit diesem Workshop haben wir eine weitere gute Grundlage auf dem Weg dahin gelegt. Weitere Schritte, auch zum Thema Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz, müssen folgen“, so Bürgermeister Ulrich Berger in seiner Bewertung des Tages. Im ZPPM am MZG werden Patienten mit arbeitsbedingten Stresserkrankungen, Depressionen, Angst, Zwang, psychosomatischen Beschwerden, Persönlichkeitsstörungen, Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit behandelt und auch Pathologische Spieler. Das ZPPM hat sich auf Beruf und Gesundheit spezialisiert. Auch kranke Mütter und Väter mit Begleitkindern finden hier einen Therapieplatz. Die Kliniken des ZPPM sehen neben den DRV- und Krankenkassenpatienten auch Manager und Führungskräfte aus großen Industrieunternehmen. Dr. von Einsiedel: „Die Seminare und Workshops, die Coachings, Teachings und Beratungen mit dem Thema „Beruf und Mensch“ können von Unternehmen und Einrichtungen gebucht werden.“

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Dr. med. Regina von Einsiedel (6. v. l.) und Thorsten Hörhold (4. v. l.) infor¬mierten Bürgermeister Ulrich Berger (3. v. l.) und Führungskräfte der Stadt Salzkotten über Burnout und seine Geschwister: berufsbedingter Dauerstress, seine Folgen und Interventionsmöglichkeiten.

Foto: Stadt Salzkotten

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