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Wir haben ein breites Leistungsspektrum. Dazu gehören neben seltenen und speziellen Therapien natürlich auch die typischen Krankheitsbilder aus dem HNO-Bereich, die häufig vorkommen und zu unserer täglichen Arbeit gehören. Zu den häufigsten Indikationen haben wir nachstehend ausführliche Informationen zusammengestellt.

Polypen im Kindesalter

Adenoide Vegetationen, im Volksmund auch Polypen genannt, treten vorwiegend im Kindesalter auf und können, vor allem bei 2-6 jährigen Kindern gesundheitliche Probleme verursachen. Grundsätzlich kann die Vermehrung des lymphatischen Gewebes im Nasenrachenraum zunächst als nicht pathologisch erachtet werden, da es bei allen Kindern im Rahmen der Infektabwehr auftritt. Daher kann man die vergrößerte Rachenmandel erst dann als Erkrankung ansehen, wenn sie Symptome verursacht.

Typische Symptome sind chronisch behinderte Nasenatmung, laufende Nase, Schnarchen, Appetitlosigkeit, und ein geschlossenes Näseln. Außerdem treten rezidivierende Infekte der Nase und der Nasennebenhöhlen mit Mittelohrentzündungen sowie chronischen Tubenventilationsstörungen auf. Hier führt eine längerfristige Schallleitungsschwerhörigkeit gerade in den ersten Lebensjahren zu einer Verzögerung der Sprachentwicklung.

Schlussendlich kann es durch die chronische Mundatmung zu einer Fehlbildung des Oberkiefers und Zahnstellungsanomalien kommen.

Die Therapie der vergrößerten Rachenmandel erfolgt grundsätzlich operativ. Bei einem gleichzeitig bestehenden Paukenerguss, erfolgt eine Stichinzision des Trommelfell, ggf. mit Einlage eines Paukenröhrchens.

Die Entfernung der „kindlichen Polypen“ mit Behandlung des Paukenergusses bieten wir in einer ambulanten Operation über unsere Tagesklinik an.

Chronische Tonsillitis

Rezidivierende Entzündungen der Gaumenmandel (Tonsillen) und des peritonsillären Gewebes können zu einer dauerhaften Strukturveränderung mit narbigen Umbau führen. Im Rahmen des narbigen Umbauprozess im Bereich der Mandeln, geht die immunologische Funktion der Mandel Stück für Stück verloren.

Diese Strukturveränderung führt zu einem idealen Nährboden für Keime die eine schwelende Entzündung hervorrufen, die chronische Tonsillitis.

In diesem Zustand stellen die Gaumenmandeln einen „Herd“ (Fokus) dar, der für verschiedene Erkrankungen in anderen Regionen des Körpers verantwortlich ist.
Hierunter fallen:

  • rheumatisches Fieber
  • Nierenentzündung
  • Augenentzündung
  • Schuppenflechte
  • Entzündliche Herzerkrankungen
  • Pustulosis palmaris und plantaris
  • Erythema nodosum

Patienten berichten häufig über rezidivierende Anginen (chronische Halsschmerzen), Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und schlechten Geschmack im Mund.

Die Therapie der chronischen Tonsillitis erfolgt operativ durch Ausschälen der Gaumenmandeln.

Weil das Nachblutungsrisiko für die ersten zehn Tage sehr groß ist, erfolgt postoperativ die weitere stationäre Überwachung für einige Tage. Insbesondere die stationäre Überwachung unserer kleinen Patienten ist besonders wichtig, weil durch Schmerzen beim Schlucken die Flüssigkeitsaufnahme eingeschränkt ist. Kinder sind daher stark gefährdet, unter einer postoperativen Exsikkose (Austrocknung) zu leiden. Die Therapie erfolgt mit Infusionen zum Flüssigkeitsausgleich und einer Anpassung der Schmerztherapie um eine rasche Genesung zu erreichen.

Auch nach der Entlassung aus der Klinik ist das Nachblutungsrisiko weiterhin gegeben. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Sie sich (oder Ihr Kind) körperlich schonen und Aufenthalte in der prallen Sonne meiden. Weiterhin sollten Sie Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte und kohlensäurehaltige Getränke meiden.

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Nachblutung, sollten Sie unverzüglich zur weiteren Behandlung die Klinik aufsuchen. Ein Nachblutungsfall ist ein Notfall!

Scheuen Sie sich nicht, die Notrufnummer 112 zu benachrichtigen. Hier wird umgehend ein sicherer Transport in die Karl-Hansen-Klinik organisiert.

Morbus Osler

Synonym: Hereditäre hämorrhagische Teleangieektasie (HHT)
Morbus Rendu-Osler-Weber

Der Morbus Osler betrifft ungefähr ein bis zwei Personen auf 100.000 Einwohner aller Rassen und ethnischen Gruppen. Nahezu 90% der Patienten sind von Nasenbluten betroffen, welches sich meist vor dem 20. Lebensjahr, in einigen Fällen jedoch erst in der 7. Lebensdekade manifestiert.

Einleitung
Die Diagnose wird überwiegend klinisch gestellt, genetische Untersuchungen können jedoch entscheidend dazu beitragen.

  • Epistaxis - Nasenbluten (spontan und wiederholt)
  • Teleangiektasien - Typische kleine Gefäßmissbildungen, mehrfach und an charakteristischen Stellen (Lippen, Mundhöhle, Finger, Nase) (Bild oben)
  • Viszerale Manifestationen - Beteiligung innerer Organe, besonders von Lunge, Leber, Hirn und Magen-Darm-Trakt (siehe Text)  
  • Positive Familienanamnese - Wenigstens ein Verwandter ersten Grades, der nach diesen Kriterien betroffen ist.

Der Morbus Osler gilt als gesichert, wenn wenigstens drei dieser vier Kriterien erfüllt sind. Bei zwei erfüllten Kriterien geht man von einem Verdachtsfall aus. Auch wenn bei nur einem erfüllten Kriterium ein Morbus Osler unwahrscheinlich ist, ist dieser trotzdem möglich, z. B. betroffene Kinder, bei denen häufig nur der vierte Punkt erfüllt ist, während sich die anderen Krankheitssymptome erst im Laufe des Lebens einstellen können. Hier ist häufig die genetische Diagnostik hilfreich.

Genetik
Zugrunde liegt eine Fehlbildung der Venolen und Arteriolen. Die Entstehung wird durch eine vererbbare Mutation in wenigstens zwei verschiedenen Genen auf Chromosom 9 und 12 erklärt. Hier erfolgt die Codierung von zwei Proteinen, die eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gefäßwandintegrität spielen. Durch diesen Fehler weisen die Blutgefäße (postkaptillären Venolen) eine Erweiterung und Wandschwäche auf (dünne Epithelschicht, Muskellücken). Unter anderem weiten sich kleinste Gefäße von Haut und Schleimhaut und sind anschließend als stecknadelkopf- bis reiskorngroße rote Flecken unter der Haut und Schleimhaut zu sehen. Aus diesem Grund ist der vaskuläre Beitrag zur Hämostase unzureichend und eine spontane Blutstillung ist allein auf die plasmatische Blutgerinnung angewiesen. Die Folge sind oft hartnäckige spontane und rezidivierende Blutungen, die sich meist nicht durch Kompression stillen lassen.

Klinische Manifestation:
Epistaxis (Nasenbluten)
Die Mehrheit der erkrankten Personen leiden unter wiederkehrenden Nasenbluten. Die blutungen aus der Nase treten bei bis zu 96% der Patienten auf. Bis zu 80% der Patienten weisen signifikante Blutungen vor dem 30. Lebensjahr auf. Bei 90% der Patienten handelt es sich um die erste Manifestation der Erkrankung. Die Ursache liegt in der besonderen Exposition der  Schleimhaut der Nasenscheidewand, die äußeren Einflüssen (Austrocknung) stark ausgesetzt ist.

Die Behandlung bei HHT- Patienten muss vorsichtig abgewogen werden. Durch einen zu schnellen Versuch der Blutstillung mittels bipolarer Koagulation eines blutenden ektatischen Gefäßkonvoluts kann es zu Schleimhautschäden in angrenzenden Bezirken kommen mit daraus resultierenden Kollateralblutungen.

Haut und Schleimhäute
Disseminierte Teleangieektasien (Gefäßmissbildungen) sind nicht selten über Jahrzehnte die einzigen äußerlichen erkennbaren Läsionen bei Patienten mit hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasien der Nasenschleimhaut. Am Anfang stehen kleine punktförmige rote und scharf begrenzte Veränderungen, welche sich im Laufe der Zeit in spinnenförmige Gefäßerweiterungen verwandeln. Die Hautveränderungen bluten seltener als die Teleangiektasien im Bereich der Schleimhäute, wahrscheinlich bedingt durch den schützenden Effekt der Hornhaut.

Beteiligung der Lunge
In ungefähr 15% der Fälle treten große Gefäßerweiterungen in der Lunge auf. Durch diese großen Gefäßkurzschlüsse können auch Gerinnsel und Bakterien das filternde Netz der Lunge passieren und so zu Schlaganfällen und Hirnentzündungen (Abszessen) führen. Bei ärztlichen Eingriffen, insbesondere bei Zahnbehandlungen, kann es zur Einschwemmung von Bakterien in das Blut kommen. Deshalb sollten alle Patienten, bei denen eine Gefäßerweiterung der Lunge vorliegen könnte, vorher Antibiotika erhalten. Deshalb sollten betroffene Patienten ihren Zahn-/Arzt auf die Erkrankung aufmerksam machen. Zur diagnostischne Abklärung von Malformationen werden eine Blutgasanalyse, die Kontrastechokardiographie, die Computertomographie und die Angiographie empfohlen. Die Therapie kann über eine Embolisation mittels Katheterverfahren erfolgen oder chirurgisch vorgenommen werden.

Manifestation am ZNS
Auch im zentralen Nervensystem finden sich Gefäßfehlbildungen bei M. Osler-Patienten. Bis zu 13 %, der an Morbus Osler erkrankten Patienten weisen hier Veränderungen auf, deshalb empfiehlt die amerikanische Selbsthilfeorganisation der Morbus-Osler-Patienten, dass bei allen Patienten nach dem 12. Lebensjahr eine spezielle Kernspintomographie des Kopfes durchgeführt werden sollte. Bei Verdachtsmomenten (z.B. Kopfschmerzen oder Lähmungen) kann dies jedoch bereits früher sinnvoll sein. Man muss jedoch nicht jede Gefäßfehlbildung behandeln. Vielmehr sollte stets abgewogen werden, wie groß das Blutungsrisiko und im Vergleich dazu das Behandlungsrisiko ist. Zur Therapie haben sich neurochirurgische Eingriffe, Radiochirurgie, Embolisation und die Kombination aus diesen Elementen als erfolgreich erwiesen.

Hepatische Beteiligung
Auch in der Leber können Gefäßkurzschlüsse, sogenannte "Shunts", auftreten.  Manifestationen an der Leber werden in  8-70% der Fälle beobachtet. In den meisten Fällen verläuft die Leberbeteiligung asymptomatisch. In einigen Fällen kann es zu einer Überlastung des Herzens führen, was von den Betroffenen häufig als Abgeschlagenheit und mangelnde körperliche Belastbarkeit, ähnlich wie bei der Blutarmut, empfunden wird. Die medikamentöse Verbesserung der Herzfunktion wird häufig als erster Schritt der Behandlung eingeleitet. Es gibt eine Reihe weiterer Behandlungsmöglichkeiten über den Einsatz (z.B. Embolisation von Gefäßen, Lebertransplantation) jedoch im Einzellfall entschieden werden muß.

Die diagnostische Untersuchungstechnik der Wahl ist die Farbdopplersonographie.

Gastrointestinaltrakt
Insbesondere ab dem 40. Lebensjahr kann es zu Magen- und Darmblutungen kommen. Diese Blutungen können geringgradig, jedoch auch sehr heftig sein. Der Stuhl kann bei starken Blutungen teerähnlich dunkel aussehen und „faul“ riechen oder mit rotem Stuhl durchmengt sein. Bei leichten Blutungen können diese Zeichen jedoch unbemerkt bleiben. Manchmal bringt erst die Abklärung einer Blutarmut, die vom Patienten meist als allgemeine Schwäche und Müdigkeit verspürt wird, den Arzt auf die richtige Spur. Zur Abklärung wird dann häufig eine Magen-Darm-Spiegelung durchgeführt. Finden sich dort wenige und geeignete Gefäßerweiterungen, so kann eine Behandlung mittels Laser, Unterspritzung oder elektrischer Verödung oft im gleichen Eingriff durchgeführt werden. Liegen viele Blutungsquellen vor und kommt es zu wiederholten Blutungen, so kann eine Therapie mit weiblichen Hormonen versucht werden. Aufgrund der Nebenwirkungen muss jedoch im Einzellfall ein sorgfältiges Abwägen der Vor- und Nachteile erfolgen.

Schlussfolgerung
Die rechtzeitige Diagnose und die regelmäßige Kontrolle eines krankhaften Befundes kann für die Betroffenen von Vorteil sein. Es ist anzunehmen, dass bei M. Osler-Patienten eine präventiv therapierte Gefäßmissbildung ein geringeres Risiko darstellt als eine unerkannte, welche jederzeit eine Blutungsquelle darstellen kann.

Ohr

Das Gehör nimmt beim Menschen bezüglich der sozialen Kommunikation eine zentrale Stellung ein und dient zudem als richtungsunabhängiges Warn- und Orientierungssystem.

Störungen des Hörvermögens gehen mit einer Einschränkung der sozialen Interaktion einher, und stellt den Patienten vor schwere Probleme.

Die Ursache der Hörstörung kann auf jeder Stufe des Hörvermögens liegen – von einer Verlegung des äußeren Gehörganges bis hin zur Durchblutungsstörung der Hörrinde.
Die einfachste Therapie eines akuten Innenohr-Hörverlustes ist die stationäre intravenöse Infusionstherapie mit Rheologika (durchblutungsförderndeMedikamente). Hiermit wird die Durchblutung der betroffenen Areale gesteigert, indem die Perfusion angeregt und die Viskosität des Blutes verbessert wird. In den seltensten Fällen bleibt eine Verbesserung des Hörvermögens aus.

Es gibt aber auch Erkrankungen des Mittelohres, die nicht durch eine rheologische
Infusionstherapie zu behandeln sind, z.B.:

  • Otosklerose – Knochenumbauprozess mit Fixation der Gehörknöchelchenkette
  • Chronische Mittelohrentzündungen
  • Verletzungen des Trommelfell
  • Traumata des Mittelohr
  • Erkrankungen des äußeren Ohres aufgrund von Entzündungen und perforierenden metallischen Schmuck

Hier ist es erforderlich, durch eine Mittelohr-Operation das Hörvermögen zu verbessern, ggf. mittels einer Titanprothese als Ersatz für die verlorengegangene Funktion der Gehörknöchelchen. Die gesamte Mikrochirurgie des Mittelohres bei Kindern und Erwachsenen kann in der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Karl-Hansen-Klinik durchgeführt werden.

Onkologie

Der Kopf-Hals-Bereich ist durch eine komplexe Anatomie gekennzeichnet. Bei der Behandlung von gutartigen und bösartigen Tumoren der Kopf/Hals-Region ist diese komplexe Anatomie sowie der Erhalt verschiedenster Funktionen, wie z.B. das Schlucken und das Sprechen, zu beachten. Die Inzidenz von malignen Kopf-Hals-Tumoren liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei etwa 16 000 Neuerkrankungen pro Jahr ( dies entspricht nahezu 5% aller malignen Neuerkrankungen) und die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahren ansteigend.

Der bedeutendste krebserregende Stoff ist der Tabakrauch, auch der übermäßige Konsum von Alkohol spielt vor allem bei den bösartigen Kopf-Hals-Krebserkrankungen eine entscheidende Rolle. Bei einer Vielzahl gewerblicher Schadstoffe (Ruß, Teer, Nickel, Hitze) wird zurzeit eine karzinogene Potenz diskutiert. Insbesondere dem Asbest wird eine besondere Bedeutung zugeschrieben, eine Anerkennung als Berufskrankheit ist erfolgt.

Die Entstehung der Krebserkrankungen wird durch die langjährige Exposition gegenüber krebserregenden Stoffen gefördert. Die erwähnten exogenen Noxen führen zu einer Epithelschädigung  mit konsekutiver Epithelreaktion im Sinne einer Hyperkeratose. Bei langdauernder Einwirkung der Noxen steigt die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Epitheldysplasien, die fortschreiten und in ein Carcinoma in situ übergehen können. Ab dem Zeitpunkt eines Carcinoma in situ ist eine Rückbildung dieser Veränderung nicht mehr möglich. Als nächster Schritt erfolgt schließlich der Durchbruch der entarteten Zellen durch die Basalmembran, welches das invasive Karzinom mit der Potenz der Metastaseninduktion charakterisiert. In den meisten Fällen von Krebserkrankungen der Kopf-Hals-Region handelt es sich um sogenannte verhornte oder nicht-verhornte Plattenepithelkarzinome (90-95%). Bei dem Rest der Fälle handelt es sich um differenzierte und verruköse Karzinome sowie andere seltene Tumor-Entitäten.

Die überwiegende Mehrzahl aller Karzinome des Kopf-Hals-Bereichs lassen sich im Frühstadium durch chirurgische Therapieverfahren entfernen. Man unterscheidet dabei Eingriffe, die transoral (konventionell-chirurgisch oder - und dies ist inzwischen die verbreitetere Technik- laserchirurgisch) durchgeführt werden von Tumorresektionen von außen. Im Laufe der letzten Jahre wurden durch den gezielten Einsatz der Laserchirurgie viele transoral durchgeführte tumorchirurgische Eingriffe erst möglich. Während es sich bei der transoralen Chirurgie immer um Teilresektionen handelt, können transzervikal z.B. Teile des Kehlkopfes (z.B. der Glottis oder der Supraglottis) oder der gesamte Kehlkopf entfernt werden.

Die Wahl des chirurgischen Therapiekonzeptes wird hierbei zum einen von der Tumorgröße- und lokalisation und zum anderen vom Zustand des Patienten bestimmt. Falls Lymphknoten-Metastasen im Halsbereich vorliegen, sollten diese durch eine Operation von außen entfernt werden. Ziel der endoskopisch laserchirurgischen Resektionen sowie beispielsweise der Teilresektionen des Kehlkopfes ist die Erhaltung der funktionellen Integrität des Kehlkopfes unter Wahrung onkologischer Sicherheitskriterien.

Da die Prognose der Patienten mit Karzinomen des Kopf-Hals-Bereichs unmittelbar an das Stadium der lymphogenen Metastasierung gebunden ist, erfolgt im Rahmen der Primärtumortherapie auch die Therapie des regionären Lymphabflussgebietes. Das Vorgehen bei der chirurgischen Behandlung des regionären Lymphabflusses wird beeinflusst von der Art der Primärtumortherapie und umfasst eine Halslymphknotenausräumung (Neck dissection) verschiedenen Ausmaßes und/oder eine Strahlentherapie, ggfs. in Kombination mit einer Chemotherapie. Insbesondere das Fehlen oder Vorhandensein von in der bildgebenden Diagnostik suspekten Lymphknoten bestimmt neben der Primärtumorgröße und -lokalisation das Ausmaß der individuell ausgewählten Form der Neck dissection und der weiteren adjuvanten Therapie.

Schnarchen

Das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist die häufigste schlafassoziierte Atemstörung und betrifft 2% aller Frauen und 60% der Männer im Alter von 60 Jahren. Damit zählt OSAS zu den häufigsten Volkskrankheiten! Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch wiederholte Obstruktionen der oberen Atemwege im Schlaf. Die Einengung der Atemwege wird durch einen reduzierten Muskeltonus hervorgerufen, der den Atemwegskollaps begünstigt. Die Betroffenen klagen typischerweise über eine ausgeprägte Tages- und Morgenmüdigkeit, eine erhöhte Einschlafneigung verbunden mit kurzen Schlafattacken und somit über einen unerholsamen Schlaf. Die Lebenspartner der Betroffenen werden häufig durch überlautes Schnarchen gestört, welches das klassische Leitsymptom der Erkrankung ist. Die schlafbezogene Atemstörungen können schwerwiegende gesundheitliche und soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Als Folge der Atemwegsobstruktion, mit verminderter Sauerstoffsättigung des Blutes während des Schlafes, treten kardiovaskuläre Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt gehäuft auf. Aufgrund der Abnahme der Sauerstoffkonzentration im Blut klagen viele Patienten auch über eine Beeinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit, Persönlichkeitsveränderungen sowie Libido- und Potenzverlust. Bedingt durch die ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen ist z.B. das Risiko eines Verkehrsunfalls deutlich erhöht, da die Patienten während monotoner Autofahrten einschlafen können (sog. Sekundenschlaf). Daher ist es von besonderer Bedeutung, Patienten mit einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom frühzeitig zu erkennen und eine weiterführende Diagnostik und Therapie einzuleiten. Dabei ist gemäß der sogenannten „BUB-Richtlinie“ (Bewertung medizinischer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden,§ 135 Abs. 1, SGB V) eine genaue Stufendiagnostik einzuhalten und von einem gemäß BUB-Richtlinie qualifizierten Arzt zu bewerten. Hier setzt die enge Zusammenarbeit der Abteilungen der HNO-Klinik und der Inneren Medizin/Schlafmedizin an und ermöglicht ein interdisziplinäres Vorgehen bei der Behandlung.

Zur Objektivierung von Patientenaussagen bzw. von fremdanamnestischen Angaben können ambulant während des Schlafes, durch eine so genannte Screening-Untersuchung, Sauerstoffsättigung, Atemgeräusche und Herzfrequenz aufgezeichnet werden. Dennoch ist bei alleiniger Verwendung dieser Screening-Geräte eine exakte Schlafbeurteilung nicht möglich, da sie bisher keine Ableitung von hirnelektrischer Aktivität enthalten.

Als Goldstandard zur genauen Verifizierung eines OSAS und differenzialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber anderen  schlafbezogenen Atmungsstörungen gilt daher heute die Polysommnographie. Unter stationären Bedingungen werden im Schlaflabor[Link zur Website Schlaflabor] zusätzlich zu den im Rahmen der Screening-Untersuchung erfassten Parametern thorakale und abdominale Atemexkursionen, die transkutane pCO2-Messung sowie die hirnelektrische Aktivität abgeleitet.

Allgemeine Behandlungsmaßnahmen schlafbezogener Atemstörungen umfassen Gewichtsnormalisierung, Alkohol- und Nikotinkarenz sowie insbesondere abends die Vermeidung von reichhaltigen Mahlzeiten. Außerdem sollte auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus geachtet werden.

Eine nichtchirurgische, konservative Behandlungsform, kann durch verschiedenste Hilfsmittel, wie z.B. die Esmarch-Schiene (eine Form der Aufbissschiene die den Unterkiefer vorverlagert), Nozo-Vent, Breathe Right, Somno Guard und viele andere, erreicht.

Bei schwereren Graden der OSAS oder Erfolglosigkeit der Aufbissschiene können die instabilen Anteile der Luftwege durch eine kontinuierliche Überdruckbeatmung „pneumatisch geschient“ werden, so dass diese während des Schlafs nicht mehr kollabieren und Apnoephasen verursachen können. Diese nasale CPAP-Maske muss hierfür im Schlaflabor angepasst werden.

Operative Therapiemaßnahmen des HNO-Chirurgen richten sich nach der individuellen Pathologie/Problematik. Etablierte Verfahren sind die Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) mit Entfernung der Gaumenmandel (Tonsillektomie), bei der überschüssige Schleimhautanteile aus dem Bereich der hinteren Gaumenbögen reseziert werden und die Schleimhaut gestrafft wird. Die Operation kann konventionell-chirurgisch mittels Laser oder mit der sog. Hochfrequenzchirurgie durchgeführt werden. Bei manchen Patienten sind auch adjuvante Operationen, wie die Verkleinerung der Nasenmuscheln oder die Begradigung der Nasenscheidewand, zur Verbesserung der Nasenatmung notwendig. Weitere Operationen sind die Reduktion der Zungengrundmandeln und die so enannte Hyoid-Suspension. Ziel all dieser Operationen ist die Vergrößerung des Atemwegsdurchmessers im Rachenbereich und hiermit die Reduktion des Schnarchgeräusches.

Akute und Chronische Sinusitis

Anhaltender Schnupfen, Nasenatmungsbehinderung, Schmerzen und/oder Druck im Wangen-, Stirn-, Augenbereich, vermehrtes Sekret in Nase und Rachen sind mögliche Erkrankungszeichen einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Sollten diese Beschwerden trotz Behandlung eines grippalen Infektes anhalten, ist eine fachärztliche Untersuchung zur eingehenden Diagnostik und Klärung der Ursachen empfehlenswert, um eventuell eine gezielte Therapie einleiten zu können und um Komplikationen zu verhüten.

Bei immer wiederkehrenden Beschwerden oder chronisch polypösen Sinusitiden kann eine gezielte Ursachenbehandlung eingeleitet werden. Ein therapeutischer Nihilismus ist nicht angebracht. Selbstlimitierung der Erkrankung und Selbstheilungskräfte haben natürliche Grenzen. Eine zielgerichtete Therapie kann helfen die Beschwerden zu lindern und die Ausheilung zu beschleunigen.

Tatsache ist, dass Versäumnisse in der Therapie schwerwiegende Komplikationen, wie z. B. die so genannte orbitale Komplikation zur Folge haben können

Definition
Bei der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) handelt es sich um einen entzündlichen Prozess in der Nase und den angrenzenden Nebenhöhlen. Sie ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt.

Nach dem Verlauf unterscheidet man eine akute Entzündung von der chronischen Form mit einer übermäßigen Schleimhautschwellung, die zu den so genannten Polypen führt. Diese sind nicht mit den Polypen im Kindesalter zu verwechseln (im Kindesalter entsprechen die Polypen der vergrößerten Rachenmandel). Die nasalen Polypen hingegen bestehen aus Schleimhaut, Ödem und Entzündungszellen.

Ursachen
Nicht alle Menschen erkranken gleich häufig an einer Sinusitis. Sie tritt häufiger bei prädisponierenden Faktoren, wie engen Nasenhaupthöhlen, einer Nasenscheidewandverbiegung, Vergrößerung der Nasenmuscheln oder der Rachenmandel auf, weiterhin bei Allergien, Zahnentzündungen und einer Vielzahl weiterer Erkrankungen.

Eine akute Sinusitis ist initial häufig durch Viren bedingt. Bedeutsam ist die frühe Erkennung von sekundären bakteriellen Zusatzinfektionen. Wenn sich der anfänglich glasige oder weißliche Schleim gelb oder grünlich färbt oder wenn der Schnupfen länger als zwei bis drei Wochen anhält, deutet dies auf eine eitrige Sinusitis hin.

Bei einer Entzündung der Nasenschleimhaut schwillt auch die Schleimhaut um die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen an. Dies ist auch bei der chronischen Sinusitis mit Polypenbildung der Fall. Es kommt zu Stau von Schleim in den Nebenhöhlen, der als Nährboden für Bakterien dient.

Verlässliche Aussagen über das Keimspektrum bakterieller Erreger sind vielfach nur über Nebenhöhlenpunktionen, d. h. über einen direkten Zugang zu einer Nasennebenhöhle, zu erreichen. Abstriche aus der Nase sind oft fehlerhaft, zumal sich auf der Schleimhaut der Nase auch Keime finden, die nicht immer für die Entzündung ursächlich sind.

Symptome
Die Erkrankungszeichen (Symptome) können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. In der Regel sind sie bei der akuten Sinusitis ausgeprägter als bei der chronischen Sinusitis. Leitsymptom ist ein Druckgefühl und/oder Schmerz, der sowohl über der betroffenen Nasennebenhöhle empfunden als auch fortgeleitet werden kann. Beim Bücken tritt häufig eine Schmerzverstärkung auf. Die Nasenatmung ist vielfach behindert. Sekret kann über die Nase oder den Nasenrachen ablaufen. Bei akuten Formen tritt Fieber hinzu.

Komplikationen
Die Entzündung kann von den Nebenhöhlen auf benachbarte Strukturen übergreifen. Eine Schwellung der Lider zeigt einen Übertritt auf das Auge an. Sehstörungen bedürfen in vielen Fällen einer sofortigen Operation der ursächlichen Nebenhöhlenentzündung. Hirnhautentzündungen und Hirnabszesse sind möglich, ebenso eine Knochen- und Weichteilentzündung. Durch Abtropfen von eitrigem Sekret im Nasenrachen können Entzündungen von Rachen, Kehlkopf und Bronchien hinzutreten.
 
Therapie der akuten Sinusitis
Da bei einem Schnupfen die Schleimhautschwellung in der Nase die Verlegung der Nasennebenhöhlenzugänge bedingt, muss zuallererst eine Abschwellung der Schleimhaut erreicht werden. Dies ist nur mit abschwellenden Nasentropfen möglich. Tropfen oder Spray sollten unter ärztlicher Kontrolle so oft angewendet werden, dass stets eine freie Nasenatmung besteht. Die Anwendung abschwellender Nasentropfen sollte jedoch nicht länger als 14 Tage dauern. Zusätzlich können schleimlösende Medikamente von Nutzen sein.

Bei starken Schmerzen ist die Gabe von Schmerzmitteln sinnvoll. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass nur Mittel eingenommen werden, die die Blutgerinnung nicht beeinflussen. Auf Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten, sollte vor allem im Vorfeld möglicher Operationen, z. B. bei eingetretenen Komplikationen verzichtet werden, da derartige Medikamente einen Blut verdünnenden Effekt haben, was zu Nasenbluten führen kann.

Ungünstige anatomische Gegebenheiten, wie vergrößerte Nasenmuscheln, Engstellen zu den Nebenhöhlenöffnungen, Rachenmandeln und andere (s.o.) können gezielt chirurgisch behandelt werden.
 
Therapie der chronischen Sinusitis
Das Ausmaß der chronischen Sinusitis kann z. B. anhand eines Computertomogramms festgestellt werden.

Zur medikamentösen Therapie leichter Formen oder bei Kontraindikationen für eine Operation können Kortisonpräparate geeignet sein, welche direkt in der Nase wirken. Ihre Aufnahme in den gesamten Organismus ist in der Regel nur in Spuren zu erwarten. Nebenwirkungen durch eine Anwendung in der Nase werden als unwahrscheinlich angesehen. Eine ärztliche Kontrolle der Anwendung ist empfohlen. Bei ausgeprägten Befunden und den oben genannten Beschwerden ist oftmals eine gezielte operative Entfernung der erkrankten Schleimhaut sinnvoll. Diese Operationen der Nasennebenhöhlen können fast immer durch die Nase, also minimal-invasiv vorgenommen werden (so genannte Schlüsselloch-Chirurgie). Die postoperative Versorgung kann ggf. auch ohne Nasentamponaden erfolgen.