02.08.2011
MZG Bad Lippspringe erfolgreich im Wettbewerb des Gesundheitsministeriums
Herz-Kreislauferkrankungen zählen bei Frauen und Männern zu den häufigsten Gründen für eine Frühberentung und die Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme. Obwohl im vergangenen Jahrzehnt das Wissen über geschlechtsspezifische Unterschiede im Verlauf von Herzkrankheiten stark angewachsen ist, sind die Erkenntnisse – mit wenigen Ausnahmen – bisher kaum in die Praxis umgesetzt worden. Für ein geschlechtergerechtes Gesundheitswesen hat deshalb das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen den Wettbewerb „IuK & Gender Med.NRW” ausgerufen.
Das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe wurde jetzt für seinen Beitrag zum Thema „Rehabilitation Geschlechtergerecht” von der Jury für das Antragsverfahren ausgewählt.
Das MZG-Projekt hat ein Finanzvolumen von rund einer Million Euro. Im Idealfall steuert das Land etwa 430.000 Euro bei.
„Wir sind stolz darauf, dass die Expertenjury unseren Vorschlag aus über 100 Beiträgen mit ausgewählt hat”, sagt der Geschäftsführer des MZG, Achim Schäfer. „Das gibt unserer Kardiologie viel Rückenwind und würdigt unsere bisherige Arbeit”.
Maßgeblich eingebunden wird Dr. med. Hendrik Okonek, Leitender Abteilungsarzt Kardiologie an der Klinik Martinusquelle des MZG. Betreut wird die Untersuchung von Prof. Dr. Ursula Härtel (Ludwig-Maximilians-Universität München).
Kern des Forschungsprojektes ist die Einführung eines kardiologischen Frauentherapieprogrammes in NRW. „Derzeit sind die meisten Rehaprogramme in der Kardiologie weitgehend auf Männer zugeschnitten”, sagt Dr. Okonek. „Programme, die auf die speziellen Frauenbedürfnisse existieren in Bayern bereits in der Routineversorgung.” ergänzt Frau Prof. Härtel. Sie ist maßgeblich bei deren Entwicklung und Umsetzung beteiligt und konnte als Projektpartnerin des MZG gewonnen werden.
Zusätzlich ist geplant, auch das Programm für Männer zu optimieren. Eine geschlechtergerechte Reha kann langfristig die Gesundheit und Erwerbsfähigkeit vieler Patientinnen und Patienten verbessern. Für eine geschlechterspezifische Gestaltung der medizinischen Versorgung soll das Forschungsprojekt in den nächsten drei Jahren die nötigen Erkenntnisse liefern.
Info: Der Wettbewerb „IuK & Gender Med.NRW” wird aus Landesmitteln und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Insgesamt stehen 17 Millionen Euro zur Verfügung. Die EFRE Finanzmittel sind Teil des so genannten Ziel 2-Programms, mit dem regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung gefördert werden soll.

Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Mitte) übergibt die Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme an der Ausschreibung an (v.l.) Dr. Henrik Okonek, Achim Schäfer, Prof. Dr. Ursula Härtel und Dirk Wehmeier.
Foto: Ministerium
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