17.11.2011
Verwirrtheit und Vergesslichkeit als Herausforderung in der Palliativmedizin
Zum elften Mal luden die Akademie für Ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Verein Pallium – Lebensqualität für Krebsbetroffene aus Bad Lippspringe zur Fortbildungsveranstaltung im Rahmen der Reihe „Aktuelle Aspekte der Palliativmedizin“ nach Paderborn.
Der Palliativmediziner Prof. Dr. med. Andreas S. Lübbe, Gutachter und Referent der Ärztekammer, Chefarzt der Palliativstation in Bad Lippspringe und Vorsitzender des ambulanten Palliativnetzes der Kreise Paderborn und Höxter begrüßte im Hotel Aspethera rund 200 Gäste unterschiedlicher Berufsgruppen, denen die Palliativmedizin am Herzen liegt.
Nach Vorstellung zehn wichtiger Entwicklungen in der Palliativmedizin durch Prof. Lübbe standen die Vorträge von zwei namhaften Medizinern im Vordergrund.
Der Katholische Theologe Prof. Dr. med. Matthias Volkenandt aus München sprach zum Thema „Spiritualität oder die Frage: Kann Gott das gewollt haben?“ Der Referent ist gleichzeitig Facharzt für Dermatologie und Allergologie.
Er versuchte der Frage nachzugehen, was man einem Patienten sagt, der seinen Ärzten die Frage stellt : Kann Gott meine Krankheit so gewollt haben? Warum verlässt mich mein Gott? Welche Antworten können dann wie begründet werden? Wie nähert man sich einem Patienten wenn wir keine Antwort auf seine existenziellen Fragen parat haben?
Dr. med. Jörg Eisentraut, Facharzt für Neurologie aus Lünen, referierte über „Delir und Demenz - Unterschiede und therapeutische Ansätze“. Damit sprach er über die Merkmale zweier wichtiger therapeutischer Herausforderungen in der Palliativmedizin.
Wenn eines der wichtigsten Ziele in der Palliativmedizin die Linderung subjektiv wahrgenommener Missempfindungen (medizinische Symptome) ist, dann setzten wir voraus, dass der Patient seine Bedürfnisse verbal oder durch seine Mimik zu erkennen gibt, damit wir ihm bei der der Beschwerdelinderung gerecht werden können. Was aber machen wir, wenn der Patientin wirres Zeug redet oder Inhalte von wichtigen Gesprächen wieder vergessen hat? Welche therapeutischen Möglichkeiten der therapeutischen Einflussnahme gibt es hier.
Prof. Dr. Dr. Andreas S. Lübbe freute sich über den großen Zuspruch der Veranstaltung.

Die Vorträge von Prof. Dr. med. Matthias Volkenandt, Prof. Dr. med. Andreas S. Lübbe und Dr. med. Jörg Eisentraut (v. l.) stießen bei den weit über Hundert Gästen auf großes Interesse.
Foto: Heiko Appelbaum
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