31.01.2012
Sprechprofis gaben Tipps zur Sprachhygiene
Wenn es im Hals kratzt und statt gesprochener Worte nur noch ein heiseres Röcheln aus dem Mund kommt, ist es höchste Zeit, zu handeln. „Ist die Stimme derart angegriffen, sollte man ihr mindestens eine Woche Ruhe gönnen und schweigen.” Auch diesen Tipp gab Dr. Dirk Verges, Leiter der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe anlässlich des Workshops Stimme.
„Heiserkeit ist jedoch nicht in jedem Fall Zeichen für eine Krankheit”, erklärte der Phoniater. Für Sänger wie Joe Cocker sei sie schließlich seit Jahrzehnten Markenzeichen.
Doch insbesondere bei Sängern, Schauspielern und anderen Berufsgruppen, die auf das Singen und Sprechen angewiesen sind, führt der Dauergebrauch der Stimme oft zu Überlastung. Dr. Verges nannte Heiserkeit, geringe Belastbarkeit und Missempfinden als drei Eckpunkte der Stimmstörungen, denen er in seiner Praxis begegnet.
In einem weiteren Vortrag beurteilte Lothar Bunk von der Fachschule für Logopädie in Bad Lippspringe die Stimme aus phoniatrischer Sicht. „Die Stimme ist individuell wie der Fingerabdruck”, sagte Bunk. „Man sollte sich bewusst machen, dass sie auch pfleglich behandelt werden sollte.” Denn erst wenn die Stimme fehle, sei einem bewusst, wie groß die Einschränkung im Alltag dadurch sei. Der Lehrlogopäde gab den Workshop-Teilnehmern einige Tipps zur Sprachhygiene mit auf den Weg: „Gönnen Sie der Stimme Pausen, meiden Sie bei den Mahlzeiten Extreme wie Hitze, Kälte und Schärfe. Verzichten Sie auch auf das Räuspern und husten oder summen Sie stattdessen, wenn etwas beim Sprechen im Hals stört.” Weitere Tipps: Viel trinken, zum Beispiel Salbeitee, feuchte Raumluft in geheizten Räumen und Nasenatmung.
Über die Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen in der Stimmtherapie sprach die Paderborner Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Pia Piepenbreier. Sie machte mit dem Publikum zahlreiche Übungen, was den Workshop-Charakter der Veranstaltung unterstrich.

Pia Piepenbreier, Lothar Bunk und Dr. Dirk Verges (v. l.) informierten im Lippe-Institut über Stimme und Sprachhygiene.
Foto: Heiko Appelbaum
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