Und plötzlich steht ein Pferd vor der Klinik - Ambulanter Intensiv-Pflegedienst feiert tierisches Sommerfest

25.09.2019

Dieses Sommerfest werden die zehn Bewohnerinnen und Bewohner der Intensiv-Pflege-Wohngemeinschaft in Bad Lippspringe nicht vergessen: Während des gemeinsamen Beisammenseins im Garten der Teutoburger-Wald-Klinik führte Alberto Oliveira, Leiter des Ambulanten Intensiv-Pflegedienstes des MZG Bad Lippspringe, ein Pferd heran. „Die Freundin einer unserer Pflegefachkräfte hat den Kontakt hergestellt und so konnten wir das Therapie-Pony als Höhepunkt unseres Sommerfestes begrüßen“, freute sich Alberto Oliveira.

Veranstaltungen dieser Art gehören zum festen Programm des Ambulanten Intensiv-Pflegedienstes, der jüngst vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit Bestnote 1,0 ausgezeichnet wurde.

Bestnote für den Ambulanten Intensiv-Pflegedienst des MZG Bad Lippspringe - Prüfer vergeben in allen Belangen eine 1,0

27.08.2019

Besser geht es nicht: Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) hat jetzt den Ambulanten Intensiv-Pflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“ des MZG Bad Lippspringe unter die Lupe genommen und ihm ein makelloses Zeugnis ausgestellt. In allen geprüften Kriterien – Pflegerische Leistungen, Ärztlich verordnete pflegerische Leistungen, Dienstleistung und Organisation – gab es eine 1,0. Daraus resultiert als Rechnerisches Gesamtergebnis ebenfalls eine 1,0. Gekrönt wird diese Bestleistung durch das Ergebnis der Befragung der pflegebedürftigen Menschen. Auch hier gab es für den Ambulanten Intensiv-Pflegedienst eine 1,0.

Bereits der nordrhein-westfälische Durchschnitt kann sich sehen lassen: Er liegt derzeit bei 1,6. Bis zur glatten 1,0 ist es allerdings ein qualitativer Quantensprung.

„Höchste Qualität und Vertrauen sind für uns maßgeblich und ich weiß, dass ich mich auf mein engagiertes Team verlassen kann.“ sagt Alberto Oliveira, der den Ambulanten Intensiv-Pflegedienst seit mehreren Jahren leitet.

Der zur MZG-Pflege GmbH gehörende Ambulante Intensiv-Pflegedienst mit dem Namen „Mehr Zeit Gemeinsam“ bietet in der Teutoburger-Wald-Klinik in zwei Wohngemeinschaften Menschen Platz, die intensiv-pflegerisch versorgt werden müssen.

„Die Ausbildungen und Weiterbildungen der Pflegekräfte haben eine sehr hohe Qualität, welche sich in ihrer Arbeit und vor allem in der sehr guten Versorgung der Bewohner zeigt“, sagt die Stellvertretende Pflegedienstleiterin Kerstin Wolter. Der Fort- und Weiterbildungsplan des ambulanten Intensiv-Pflegedienstes sei ebenso vorbildlich wie der eingerichtete Bewohnerbeirat.

„Unser Ambulanter Intensiv-Pflegedienst ist wie eine große Familie für die Bewohner und ihre Angehörigen“, freut sich der MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer. „Ich gratuliere Alberto Oliveira und seinem tollen Team herzlich zur Bestnote!“

 

Info: Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) wird von den Landesverbänden der Pflegekassen beauftragt, in zugelassenen Pflegediensten zu prüfen. Qualitätsprüfungen sind im Pflegeversicherungsgesetz vorgeschrieben und erfolgen seit 2011 jährlich.

Alexandra Harper ist die erste am MZG ausgebildete Pflegefachkraft

29.3.2019

Der Ambulante Intensiv-Pflegedienst „Mehr Zeit gemeinsam“ in Bad Lippspringe investiert weiter in Pflegepersonal und setzt dabei auf die Ausbildung in eigenen Reihen. Jetzt hat Alexandra Harper als erste am Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) Bad Lippspringe ausgebildete Pflegefachkraft ihr Abschlusszertifikat bekommen. Nach dreijähriger Ausbildung ist sie nun Examinierte Altenpflegerin.
Den theoretischen Teil der Ausbildung absolvierte Alexandra Harper in der Gesundheitsakademie SMMP in Geseke.
Praxiserfahrungen sammelte die Altenpflegerin überwiegend im Ambulanten Intensiv-Pflegedienst „Mehr Zeit gemeinsam“, einem Tochterunternehmen des MZG in Bad Lippspringe, aber auch in Krankenhäusern und Altenheimen. „Wir freuen uns über den reibungslosen Übergang in ein examiniertes Beschäftigungsverhältnis und natürlich über das große Engagement von Alexandra Harper, die ihre Ausbildung mit Bravour und sehr guten Leistungen gemeistert hat“, sagt der Pflegedienstleiter Alberto Oliveira.
Ende 2015 hatte das MZG den Ambulanten Intensiv-Pflegedienst gegründet, der die Beatmungs-WG betreute.
Derzeit wird in unmittelbarer Nähe der Karl-Hansen-Klinik ein neues Gebäude für zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit schwerwiegenden Atemwegserkrankungen im Erwachsenenalter gebaut.
Hier wird der Ambulante Intensiv-Pflegedienst seine neue Heimat finden. Der Umzug ist für November 2019 geplant.
Schon jetzt sucht Alberto Oliveira zusätzliche Pflegefachkräfte: „Wir wollen weiter wachsen und bieten attraktive Arbeitsplätze in einer Intensivpflege-Wohngemeinschaft, die in der Region einen Vorbildcharakter hat.“ Alexandra Harper hat sich bewusst für ihre Zukunft an diesem Arbeitsplatz entschieden und freut sich darüber, das Team aktiv zu unterstützen.

Shahla Ahmadjoykapurchali hat ihre Berufung gefunden

20.02.2019

Ein bodenständiger Lebenslauf: Schulabschluss, Studium, reichlich Berufserfahrung im pflegerischen Bereich: Aus Sicht eines Arbeitgebers ist das eine Bilderbuchkarriere. Einzig die Tatsache, dass dieses Leben nicht in Deutschland, sondern im Iran stattfand, ist ein Hemmschuh für einen Platz auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Wie es dazu kam, dass Shahla Ahmadjoykapurchali nach nur drei Jahren in Paderborn seit Januar in einem festen Arbeitsverhältnis beim Medizinischen Zentrum für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe steht, ist eine Erfolgsgeschichte für das Thema Integration.
Shahla Ahmadjoykapurchali wurde im Iran geboren. Nach einem Pflegestudium arbeitete sie über 20 Jahre in verschiedenen Fachabteilungen im Krankenhaus in Teheran, der Hauptstadt des Iran. Mit dem festen Wunsch, wieder als Krankenschwester zu arbeiten, kam Shahla im Jahr 2015 nach Paderborn. Doch im Ausland erworbene Qualifikationen können natürlich nicht immer sofort anerkannt werden. Besonders in so sensiblen Berufen wie im Pflegesektor, wo ein Fehler schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.
Seit ihrer Ankunft in Paderborn wurde Shahla durch das Jobcenter Kreis Paderborn betreut. Im Fokus standen zuerst der Erwerb von Sprachkenntnissen und parallel dazu die Beantragung der Anerkennung ihrer Berufsausbildung. Um in Deutschland als Gesundheits- und Krankenpflegerin zu arbeiten, müsse Shahla noch weitere Sprach- und Fachkenntnisse erwerben, das ergab die Anerkennungsberatung.
Simon Hoppe vom Jobcenter Kreis Paderborn hat als Arbeitsvermittler die Gesamtsituation von Arbeitsmarkt und individuelle Rahmenbedingungen der Kunden im Blick. Er betont, dass beim Integrationsprozess von Shahla im Vordergrund stand, dass sie in Deutschland idealerweise wieder als Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeiten sollte. „Eine Anstellung als Hilfskraft wäre vielleicht schneller zu realisieren gewesen“, bilanziert Hoppe. „Unser Fokus liegt aber darauf, dass unsere Kundinnen und Kunden durch eine Höherqualifizierung langfristig finanziell unabhängig vom Staat sind. Auch wenn die Integration in Arbeit dadurch etwas länger dauert.“
Gemeinsam mit Simon Hoppe wurde ein Weg gefunden, die Fach- und Sprachkenntnisse so weit aufzubessern, dass Shahla im vergangenen Jahr kurzfristig einen sechsmonatigen Anpassungslehrgang bei einer Pflegeschule in Essen besuchen konnte. Zu Beginn der Weiterbildung pendelte sie täglich zwischen Paderborn und Essen, da sie so schnell keine Unterkunft vor Ort finden konnte. Nach einem Monat ergab sich dann die Möglichkeit, ein Zimmer in Duisburg anzumieten. Die Kosten für die Unterkunft und monatliche Heimfahrten nach Paderborn übernahm das Jobcenter, die Pendelfahrten vor Ort finanzierte Shahla jedoch selber.
Durch ihr hohes Engagement und den unbedingten Willen, wieder ihrem erlernten Beruf nachzugehen, gelang Shahla der erfolgreiche Abschluss und die Berechtigung, in Deutschland als anerkannte Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeiten zu können. Mit diesem Pfund in der Tasche begann der Bewerbungsprozess, der erneut von Simon Hoppe intensiv begleitet und unterstützt wurde. Shahla nahm an einem Bewerbungstraining teil und besuchte ein Job-Speed-Dating. In zwei Kliniken stellte sie sich vor und arbeitete anschließend kurz zur Probe. Dies so erfolgreich, dass sie gleich von beiden Arbeitgebern das Angebot bekam, bei ihnen anzufangen.
Shahla entschied sich für das MZG. Im Klinikverbund arbeitet sie seit Januar als Gesundheits- und Krankenpflegerin beim ambulanten Intensiv-Pflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“, welcher Menschen, die eine 24-stündige intensivpflegerische Überwachung benötigen, in einer Wohngemeinschaft betreut. Hier fühlte sie sich auf Anhieb wohl und konnte direkt ihr ganzes Wissen aus der Heimat anwenden. Die Handgriffe saßen auch nach drei Jahren Berufsabstinenz noch und Pflegedienstleiter Alberto Oliveira war schnell überzeugt von Shahlas Fachkenntnissen. Auch persönlich kam sie bei ihm und dem Kollegium gut an. „Die kann anpacken“ und „der müssen wir kaum noch was beibringen“ waren die spontanen Bemerkungen der Mitarbeitenden des ambulanten Intensiv-Pflegedienstes.
Oliveira weist auf den akuten Fachkräftemangel im pflegerischen Bereich hin und berichtet, dass eine zweite ambulante Intensivpflege-Wohngruppe geplant ist, dazu noch zusätzliches Pflegepersonal benötigt wird und herzlich willkommen ist. Herausforderungen wie Sprachbarrieren oder fehlende Berufsanerkennungen nimmt er gerne an, um neue Fachkräfte zu finden. „Wir haben mittlerweile schon einige Erfahrungen gemacht und freuen uns, wenn wir auch Bewerbungen aus dem Ausland bekommen.“ Außerdem möchte er in Zukunft weiter gemeinsam mit dem Jobcenter nach Möglichkeiten suchen, dem Fachkräftemangel zu begegnen und zum Beispiel geflüchteten Menschen eine Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Shahla wiederum ist bereits angekommen: „Ich wollte unbedingt wieder in meinem Beruf arbeiten und ich habe es endlich geschafft“, freut sie sich. Für die Zukunft steht noch eine berufliche Qualifikation für außerklinische Beatmung am MZG an und persönlich möchte Shahla gerne den Führerschein machen. Alberto Oliveira und Simon Hoppe sind sich einig, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis Shahla auch dieses Ziel erreicht haben wird.

In Bad Lippspringe entsteht ein neues Gebäude für eine Intensivpflege-WG

17.09.2018

An der Antoniusstraße in Bad Lippspringe ist jetzt der symbolische Spatenstich für ein Bauprojekt erfolgt, das den Gesundheitsstandort weiter aufwerten wird. In direkter Nachbarschaft zur Karl-Hansen-Klinik des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) entsteht in den nächsten Monaten ein Gebäude für Menschen mit schwerwiegenden Atemwegserkrankungen im Erwachsenenalter sowie eine Praxisfläche für einen niedergelassenen Hausarzt. Das MZG investiert rund 7,2 Millionen Euro in das Projekt. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Bewohner und Bewohnerinnen werden durch den ambulanten Intensivpflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“ rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche betreut. Der Stützpunkt des Intensivpflegedienstes wird auch in dem Neubau sein. „In der Region gibt es einen hohen Bedarf an Betreuungsplätzen für Menschen, die auf intensivmedizinische Hilfe und künstliche Beatmung angewiesen sind“, sagt der MZG-Geschäftsführer Achim Schäfer. „Wir reagieren mit der Erweiterung auf die Bedürfnisse der Menschen und runden unsere baulichen Aktivitäten an der Antoniusstraße ab.“ Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Bee: „Ich freue mich, dass mit dieser Form des betreuten Wohnens Menschen mit einem intensiven Pflegebedarf Lebensqualität in einem häuslichen Umfeld geboten wird.“ In der Tat wird hier bereits vielfältig gebaut. In drei Bauabschnitten wird mit einem Aufwand von rund 30 Millionen Euro die Karl-Hansen-Klinik modernisiert und erweitert. Für die Wohngemeinschaften sind beim Land Nordrhein-Westfalen Fördermittel im Rahmen des Wohnraumförderungsprogramms 2018 bis 2022 beantragt. „Damit entsteht für die Betroffenen finanzierbarer Wohnraum, was die Attraktivität der Einrichtung weiter steigert und den gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung trägt“, sagt Achim Schäfer.

Meine neue Aufgabe als Betreuungskraft in der Intensivpflege-Wohngemeinschaft des MZG

17.04.2018

Am 1. September 2016 war mein 1. Tag beim ambulanten Intensiv-Pflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“ Nachdem ich 43 Jahre in der Verwaltung des MZG gearbeitet habe, bin ich im Oktober 2014 in den Ruhestand gegangen. Im Stillen hatte ich immer den Wunsch gehabt, Patienten/Bewohner des Medizinischen Zentrums für Gesundheit zu betreuen, Freude und Abwechslung zu geben. Mein ehemaliger Kollege aus der Verwaltung bot mir dann eine Stelle als Betreuungskraft in der WG an. Meine Frage war dann … kann ich so etwas überhaupt? Wie reagieren die Bewohner auf mich … nehmen sie mich an? Aber meine innere Vorfreude überwog, nachdem ich mit Herrn Oliveira, Pflegedienstleiter des ambulanten Intensiv-Pflegedienstes, durch die WG gegangen war und ich die Bewohner persönlich kennenlernen durfte. Es folgten dann wunderbare Gespräche, ganz viel Freude beim Karten spielen, beim Kegeln, Singen und ganz rührende Geschichtenerzählungen … einfach nette Sachen, die den Bewohnern Abwechslung und Freude brachten und natürlich noch bringen. Selbstverständlich gehören auch ein Streicheln über die Wange und ein liebevoller Händedruck dazu. Das Schönste an unserer Arbeit sind natürlich für alle die gesundheitlichen Erfolge unserer Bewohner. Ich muss jetzt auch einmal ein ganz dickes Lob aussprechen für das gesamte Pflegepersonal. Ich wurde sehr nett aufgenommen und jede Frage, die ich natürlich hatte und auch noch habe, wurde mir beantwortet. Ein Highlight sind bei gutem Wetter immer unsere Ausflüge mit allen 10 Bewohnern in die nahe Umgebung … im Arminiuspark ein kleines Eis essen, die wunderschöne Narzissenwiese im Jordanpark … die Blumenbeete in der Fußgängerzone und natürlich für uns Frauen die Geschäfte … gestärkt kommen wir dann jedes mal in unserer WG wieder an mit ganz vielen neuen Eindrücken … Auch die Gespräche mit den Angehörigen empfinde ich als große Bereicherung … wir sind einfach alle zusammen eine große Familie!!! Ich wünsche uns allen, dass wir weiterhin so gut zusammen arbeiten dürfen und vor allen Dingen unseren Bewohnern von Herzen alles erdenklich Gute … Unser Motto soll weiterhin -Mehr Zeit gemeinsam- sein.

D a n k e
Ihre, eure Betreuungskraft Annerose Gerhardt

Der Tag, der alles veränderte: 30. Mai 2017

22.03.2018

Meine Frau hatte morgens einen schweren Schlaganfall. Über das Ev. Krankenhaus in Gütersloh kam sie noch am gleichen Tag in das Ev. Krankenhaus in Bielefeld / Gilead I). Aufgrund des Schlaganfalls/Gehirnblutens lag eine Schlucklähmung vor. Nach eingehender Beratung durch den behandelnden Arzt haben meine zwei Töchter und ich die Entscheidung getroffen, einem Luftröhrenschnitt zuzustimmen und ein Tracheostoma anzulegen. Die Ernährung sollte über eine PEG Sonde geregelt werden. Nach 4 Wochen auf der Intensivstation im Gilead I kam meine Frau am 28.06.2017 in die Reha und zwar in die Aatalklinik in Bad Wünnenberg. Ich habe mich gefragt, was macht man mit einer Person, die im Wachkoma liegt, in einer Reha-Klinik? Aber in den 6 Wochen Reha inkl. 3 Wochen Verlängerung war meine Frau schon so weit, dass wir mit ihr von Zeit zu Zeit im Rollstuhl im Kurpark fahren konnten. Irgendwann geht die Kur dem Ende zu, was ist dann? Aber auch hier kam Hilfe durch den sozialen Dienst. Mit diesem wurde dann die weitere Vorgehensweise besprochen. Es wurden mir Anschriften von Pflegeeinrichtungen gegeben, wohin meine Frau nach dem Ende der Reha kommen könnte. Ich habe dann alle mir überlassenen Anschriften besucht, die Pflegeheime besichtigt und mit den Pflegedienstleitern gesprochen. Von allen angefahrenen Pflegediensten hat mir der Intensiv Pflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam (MZG)“ in Bad Lippspringe am besten gefallen. Warum war das so? Mir hat vor allem die Nähe zu den Ärzten und Krankenhäusern gefallen, so dass im Notfall eine gute medizinische Versorgung gewährleistet ist. Die sauberen Räumlichkeiten und die Aussage einer Bewohnerin, dass sie sich hier sehr, sehr wohl fühle, haben mich auch überzeugt. Zunächst bekam ich aber eine Absage. Jedoch einen Tag später kam dann doch noch die Zusage vom Pflegedienstleiter Herrn Oliveira, meine Frau doch im MZG aufzunehmen. Da war ich sehr glücklich und froh. Meine Frau wurde dann am 09. August 2017 in der Intensiv Pflege WG aufgenommen. Inzwischen ist meine Frau ein halbes Jahr dort und ich habe heute einen Traum. Ich wünsche mir, dass Dankbarkeit mehr Raum gewinnt. Ich weiß aber auch, dass eine Veränderung bei jedem einzelnen beginnen muss, auch bei mir. Zu dieser Erkenntnis trugen die Menschen in der MZG in der vergangenen Zeit bei. Ich habe auf vielfältige Weise ihre Hilfe und ihr „an der Seite stehen“ erfahren. Da habe ich das Gefühl von großer Dankbarkeit. Dankbar werden für das, was meiner Frau und mir an Gutem und Erfreulichem durch die Menschen gegeben wird und durch die mein Leben bereichert wird. Ich weiß inzwischen, dass meine Frau in der Intensivpflege „Mehr Zeit Gemeinsam“ in guten Händen ist. Ich glaube auch, dass meine Frau dies auch spürt, denn ansonsten hätte sie nicht solche Fortschritte gemacht. Dass für jeden Besuch bei meiner Frau in Bad Lippspringe 140 km Wegstrecke anfallen, spielt dann für mich keine Rolle mehr. Ich danke „Mehr Zeit Gemeinsam“ und wünsche ihnen und mir, dass aus der Dankbarkeit eine Lebenseinstellung wächst, die das Gute sieht und es auch anderen gönnt. Wie schön, wenn daraus dauerhaft mehr Zufriedenheit entsteht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele dankbare Momente.
Ihr Volker Schumann

Die Darstellung dieses Briefes an dieser Stelle erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors. Wir danken Herrn Schumann für die eindrückliche Schilderung.

Berührende Momente: Meine ganz persönlichen Eindrücke eines Besuchs der Intensivpflege-WG

20.03.2018 

Das erste was ich bemerke als ich die Tür öffne und die WG betrete, ist das Sonnenlicht, das den pfirsichfarbenen Wänden einen warmen Glanz verleiht. Ich höre gedämpfte Stimmen auf dem Flur und irgendwo erklingt Gitarrenmusik. Bevor ich auch schon begrüßt werde von Alberto Oliveira, dem Pflegedienstleiter, bemerke ich bereits die riesigen Tafeln an den Wänden, die allem Anschein nach mit Fotos von den Bewohnern bestückt sind. Nach der Begrüßung erfahre ich dann auch woher die Musik kommt. Im gemeinschaftlichen Wohnzimmer sitzt ein Pfleger mit einer Bewohnerin zusammen und spielt Gitarre. Kurz darauf ertönt sein Gesang durch die WG. Wow! Ich bin richtig begeistert. Die Dame ist ebenfalls so angetan, dass sie sogar versucht mitzusingen, und das, obwohl kein Ton aus ihrer Kehle kommen kann. Denn sie ist tracheotomiert, wird über einen Luftröhrenschnitt beatmet. Von Herrn Oliveira erfahre ich, dass fast alle der 10 Bewohnerinnen und Bewohner auf diese Weise beatmet werden. Sie haben schwere Erkrankungen, die die Atmung beeinträchtigen und benötigen intensive Pflege und Betreuung, die sie von dem ambulanten Intensivpflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“ bekommen. Der Name des Pflegedienstes wird hier wirklich gelebt. Ich kehre zurück zu den Bildern im Flur und betrachte sie etwas genauer. Auf unzähligen Fotos sehe ich Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräfte und andere Begleiter bei gemeinsamen Ausflügen oder wie sie miteinander Schabernack treiben. Da sind Fotos von einer kleinen Gruppe in der Stadt, bei einem Spaziergang durch den Park, oder auch von einer Nikolausfeier mit Besuch von Musikern der Feuerwehr Bad Lippspringe. Aber auch der Alltag wurde abgelichtet. Auf einem Bild wurde ein Bewohner bei der Physiotherapie festgehalten, auf einem anderen sitzen mehrere Pflegekräfte mit einer Bewohnerin ganz gemütlich in der Küche.  „Wir machen hier auch manchmal Unsinn, wie in einer Familie. Dann klauen wir einer Bewohnerin schon mal die Schuhe oder so etwas“, erzählt Herr Oliveira. Die familiäre Atmosphäre ist mir schon beim Betreten der WG aufgefallen. Die Pflegekräfte haben gut zu tun und bewegen sich zügig über den Flur, aber keiner wirkt hektisch oder gestresst. „Das funktioniert nur so gut, weil das Team so super ist“, bestätigt mir der Pflegedienstleiter, „wir machen hier vieles etwas anders“. Der Arbeitsaufwand ist trotzdem hoch, aber ich habe den Eindruck die Mühe lohnt sich.

Franziska Dinter

Intensivpfleger sind nah an den Menschen - Tamara Vahldiek und Markus Vogt werben für einen Beruf mit Zukunft

19.02.2018

Eine Wohngemeinschaft als Arbeitsplatz? Das klingt zunächst ungewöhnlich. Bei genauer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass es sich bei der Intensivpflege-Wohngemeinschaft in Bad Lippspringe um eine ganz besondere WG handelt. Tamara Vahldiek und Markus Vogt gehören zum Team des Ambulanten Intensivpflegedienstes „Mehr Zeit Gemeinsam“.
Sie kümmern sich mit großem Engagement um die Bewohnerinnen und Bewohner einer Wohngemeinschaft für intensivpflege-pflichtige Menschen, die sich in der Teutoburger-Wald-Klinik in Bad Lippspringe befindet.
„Das ist ein absoluter Traumjob“, sagt Tamara Vahldiek. Die 24-Jährige ist ausgebildete Pflegefachkraft für Altenpflege und hat eine Weiterbildung zur Fachkraft für außerklinische Beatmung absolviert. Das war wichtig, denn die Bewohner in „ihrer“ WG haben allesamt einen Luftröhrenschnitt und werden zum Teil dauerhaft mit Hilfe einer Beatmungsmaschine beatmet. „Die Weiterbildung hat mich perfekt auf die Arbeit mit den Bewohnern vorbereitet und gibt mir Sicherheit“, sagt Tamara Vahldiek. Seit über einem Jahr arbeitet sie beim ambulanten Intensivpflegedienst und hat hier ihren Traumjob gefunden: „Das Miteinander im Team und die familiäre Betreuung unserer Bewohner sind zwei Faktoren, die für diesen Job sprechen.“ Sie hat zuvor in der stationären Altenpflege gearbeitet und nach einer beruflichen Alternative gesucht. „Der Alltag in unserer WG ist von einer herzlichen Atmosphäre geprägt“, sagt Tamara Vahldiek. „Wir leben förmlich mit unseren Bewohnern, erleben und gestalten den Alltag gemeinsam.“
Die Nähe zu den Menschen ist auch für Markus Vogt wichtig. Nach verschiedenen beruflichen Stationen hat die 41-jährige Pflegefachkraft für Altenpflege 2016 ihre Tätigkeit beim Ambulanten Intensiv-Pflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“ aufgenommen. „Da unsere Bewohner schon länger und für immer bei uns leben, kennt man ihre Bedürfnisse und kann sich perfekt darauf einstellen. Wir nehmen uns auch viel Zeit für Gespräche und so baut man nach und nach ein Verhältnis auf, das man schon mit einer WG-Freundschaft vergleichen kann.“
Nach Möglichkeit unternehmen die Mitarbeiter mit den Bewohnern Ausflüge in die Umgebung. Auch das fördert den Teamgedanken.
Tamara Vahldiek und Markus Vogt haben ihren Traumjob gefunden und hoffen darauf, dass auch andere Menschen dieses interessante Berufsfeld für sich entdecken. Aufgrund der großen Nachfrage wird zurzeit eine zweite WG eröffnet. In Nachbarschaft zum jetzigen Standort ist ein Neubau für zwei WG´s geplant, dort können dann 24 intensivpflegepflichtige Menschen leben.

„Jeder Tag ist ein Geschenk“ - Intensivpflege-Wohngemeinschaft in Bad Lippspringe bietet Raum zum Leben

31.01.2018

Bedre Bollmeier aus Vlotho (Kreis Herford) hat ein bewegtes Leben hinter sich. Viele Jahre arbeitete sie als Dolmetscherin bei der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke. Doch dann kam ein drastischer Einschnitt: Bei Bedre Bollmeier wurde eine schwere Lungenkrankheit diagnostiziert. Es folgten Aufenthalte in Spezial-Kliniken und schließlich bekam die Patientin ein Tracheostoma. Seither wird sie durch diese chirurgisch angelegte Öffnung der Luftröhre beatmet. Anfang 2016 beschloss Bedre Bollmeier, in eine Wohngemeinschaft für Menschen zu ziehen, die dauerhaft beatmet werden. „Das war rückblickend die beste Entscheidung, die ich in meiner Situation treffen konnte“, sagt die Vlothoerin. Ihre neue Heimat befindet sich in Bad Lippspringe. Der Intensivpflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“ legt den Fokus auf die medizinische Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen in einem häuslichen Umfeld. Er ist spezialisiert auf die Betreuung von Menschen, die auf eine Kurz- oder Langzeitbeatmung angewiesen sind. In der Intensivpflege-Wohngemeinschaft hat Bedre Bollmeier ein eigenes Zimmer, das medizintechnisch bestens ausgestattet ist. Dennoch hat man beim Betreten des Raumes nicht das Gefühl, in einem Klinikzimmer zu sein. Die Bewohner richten sich ihre Zimmer nach eigenen Wünschen ein. Bedre Bollmeier hat schon früher sehr gerne gekocht. Und so steht in Ihrem behaglich ausgestatten Zimmer auch ein eigener Kühlschrank, in dem sie frische Lebensmittel aufbewahrt. Bilder ihrer Familie und Stofftiere zieren Wände und die Fensterbank. „Leider kann ich mich mit dem Tracheostoma nicht mehr uneingeschränkt bewegen, aber die Pflegerinnen und Pfleger unterstützen mich sehr“, sagt die Bewohnerin. Ohnehin lobt sie die Atmosphäre und die Pflegekräfte von „Mehr Zeit Gemeinsam“ über alle Maßen: „Hier wird mir fast jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Wir unternehmen viel gemeinsam und es gibt keinen Stress und keine Hektik.“ In der Tat gehören Ausflüge in die Umgebung zum Betreuungskonzept. „Wir versuchen, unsere Bewohnerinnen und Bewohner möglichst viel am Alltag teilhaben zu lassen“, sagt der Pflegedienstleiter Alberto Oliveira. Dazu gehört ein Einkaufsbummel in Paderborn und im Sommer auch mal ein Ausflug in ein Eiscafé. Den Bewohnern stehen spezielle Rollstühle zur Verfügung, die ihnen Mobilität ermöglichen. Die Intensivpflege-Wohngemeinschaft ist darauf ausgelegt, dass die Bewohner über einen langen Zeitraum hier leben. „Es entstehen familienähnliche Bindungen“, sagt Alberto Oliveira. „Das wird von den Bewohnern und den Mitarbeitern sehr geschätzt und macht den besonderen Reiz unseres Konzeptes aus.“ Auch wenn die Bewohner schwere gesundheitliche Schicksalsschläge hinter sich haben, spürt man in der Wohngemeinschaft keine Resignation. „Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich hier erleben darf“, sagt Bedre Bollmeier. Sie freut sich bereits auf den nächsten Ausflug in den nahegelegenen Arminiuspark und an die Lippequelle: „Man lernt, bescheiden zu sein und erfreut sich auch an scheinbaren Kleinigkeiten.“

Wohngemeinschaft statt „Schicht im Schacht“ - Franz Schröder hat sich zurück ins Leben gekämpft

„Ich bin wohl dem Teufel nochmal von der Schüppe gesprungen.“ – Wenn Franz Schröder zurück blickt, hat er immer noch die Worte eines Klinikarztes im Ohr. „Vier Wochen gab er mir noch. Dann sei Schicht im Schacht.“ Die Überlebensprognose fiel aufgrund einer schweren Lungenkrankheit so niederschmetternd aus. Doch dann kämpfte sich Franz Schröder zurück ins Leben. Die Ärzte sprachen von einem Wunder, auch wenn es zunächst immer wieder auf und ab ging. Aus seiner Heimatstadt Oer-Erkenschwick wurde der Datenübertragungstechniker dann nach Bad Lippspringe verlegt. In der dortigen Karl-Hansen-Klinik gibt es eine Abteilung, in der Ärzte sich um Patienten mit schwersten Lungenkrankheiten kümmern. Zwischenzeitlich war Franz Schröder ein halbes Jahr ohne Bewusstsein. Doch dann verbesserte sich sein Zustand; der Lebenswille und die gute ärztliche und pflegerische Betreuung trugen dazu bei, dass sich der Gesundheitszustand stabilisierte. Irgendwann wurde dem Patienten klar, dass er auf ständige fremde Hilfe und dauerhafte künstliche Beatmung angewiesen sei. „Ich erfuhr, dass es in direkter Nachbarschaft zur Karl-Hansen-Klinik eine spezielle Wohngemeinschaft für Menschen, die intensivpflegerisch betreut werden müssen, gibt“, erinnert sich Franz Schröder. „Zum Glück hatte die WG noch ein freies Zimmer und ich habe mich direkt eingemietet.“ Das liegt mittlerweile 18 Monate zurück. In der Intensivpflege-WG fühlte sich Franz Schröder von Anfang an wohl: „Die Betreuung durch den Intensiv-Pflegedienst „Mehr Zeit Gemeinsam“ ist sehr individuell und Alle nehmen sich viel Zeit für uns Bewohner. Es ist natürlich kein Vergleich zu meinem vorherigen Leben im Ruhrgebiet, aber ich bin glücklich, dass ich hier bin.“ Franz Schröder hat gelernt, mit seiner gesundheitlichen Situation klarzukommen. Die dauerhafte künstliche Beatmung ist unumgänglich. Für Mobilität sorgt inzwischen ein High-Tech-Rollstuhl, der dem Bewohner auch die Teilnahme an den betreuten Ausflügen ermöglicht. Mitunter genießt Franz Schröder es auch, einfach nur im Rollstuhl zu sitzen und das Mittagessen einzunehmen. „Es sind die Kleinigkeiten, die man zu schätzen lernt“, sagt er und freut sich darüber, dass er dank Internet auch mit der Außenwelt in Kontakt sein kann. „Tablet und Mobiltelefon sind meine unverzichtbaren Begleiter“, sagt Franz Schröder. Da merkt man, dass er lange Jahre bei der Deutschen Telekom beschäftigt war. Immer eine gute Verbindung: das sei wichtig. Und der Kampf um das eigene Leben. Denn wer sich aufgebe, habe schon verloren.