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Zugeschnitten auf das Krankheitsbild

Häufigste Erkrankung im Schlaflabor ist eine obstruktive Schlafapnoe. Je nach Schweregrad wird ein Luftdruck-Generator eingesetzt (CPAP), der über einen Schlauch und eine Gesichtsmaske einen geringen Überdruck im Rachen und Schlund aufbaut. Manchmal reichte es auch, nachts nicht auf dem Rücken zu liegen. Zahnärztliche Therapien können zum Einsatz kommen. Für zentrale Schlafapnoen, Mischformen und Obesitas-Hypoventilationssyndrom bei hochgradiger Fettleibigkeit werden häufig Geräte eingesetzt, die zwei oder mehrere Luftdruckstufen erzeugen können und damit das Atmen imitieren und verstärken. Manchmal ist auch eine zusätzliche Sauerstoffgabe notwendig. Ein Schwerpunkt ist die Einstellung auf eine nächtliche Beatmung bei Lungenemphysem oder COPD. Ziel ist eine Linderung der Luftnot und Besserung der Belastbarkeit zu Hause. Spezielle Beatmungsgeräte und auch eine Sauerstofftherapie werden hier wirksam angepasst, geschult, verordnet und kontrolliert. Es kann sinnvoll sein, die Notwendigkeit und die Höhe einer Langzeit-Sauerstofftherapie im Schlaflabor zu beurteilen.
Eine besondere Herausforderung ist ein zentrales Schlafapnoe-Syndrom bei Herz- und Hirnerkrankungen oder als Folge einer laufenden CPAP-Therapie. Hier können wir spezielle Atmungsgeräte oder Sauerstoff einsetzen. Beatmungsgeräte werden auch bei Nerven- und Muskelerkrankungen eingesetzt.
Nicht selten werden im Schlaflabor Ursachen für Tagesmüdigkeit entdeckt wie Restless legs, periodische Beinbewegungen, Sodbrennen oder dämpfende Arzneimittel. Medikamentenwechsel oder die Mitbehandlung anderer Fachdisziplinen kann notwendig sein. Körperbewegungen im Schlaf sind häufig. Ob eine Therapie (Medikamente, Verhaltenstherapie) sinnvoll ist, dazu kann ein Schlaflaboraufenthalt Anhaltspunkte liefern.
Im Schlaflabor erfolgt eine Beurteilung zum Grad der Aufmerksamkeit, Konzentration, Wachheit anhand verschiedener Vigilanzteste. Dies kann wichtig sein für Aussagen zur Arbeitsfähigkeit an Maschinen, in bestimmten Berufen oder zur Fahrtauglichkeit im Straßenverkehr. Allerdings erstellen wir keine verkehrsmedizinischen Gutachten.

Längst nicht jeder erhält im Schlaflabor eine „Schlafmaske“

Manche Patienten sind ausreichend gut versorgt mit Rucksäcken oder Kissen zur Verhinderung einer Rückenlage im Schlaf, mit provisorischen oder vom Zahnarzt angefertigten speziellen Gebissschienen, mit Methoden zur Schnarchverhinderung, weil keine Atempausen auftreten, oder mit HNO-ärztlichen Behandlungen. Sauerstoff, neue Medikamente, psychologische oder psychiatrische Hilfe, Bewegungsübungen oder Entspannungsmaßnahmen können wirksame Hilfen sein. Wir informieren über Begleiterkrankungen, Lebensstil, Schlafgewohnheiten, Einfluss des Körpergewichts, Einfluss von Sodbrennen und Medikamentenwirkungen. Spezielle Formen des OSAS können mit einem neuartigen Schrittmacher behandelt werden, einer „Hypoglossus-Stimulation“. Dies benötigt aufwändige Voruntersuchungen und eine operative Therapie. Wir bieten diese Möglichkeiten.

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