Führend in der Corona-Reha

MZG hat bereits rund 1.200 Patienten wieder fit gemacht

Bei der Rehabilitation von Corona-Patienten hat das Medizinische Zentrum für Gesundheit in Bad Lippspringe (MZG) einen deutschlandweit führenden Erfahrungsschatz aufgebaut. Rund 1.200 Patienten haben Chefarzt Dr. Ralf Schipmann und sein Team in der Klinik Martinusquelle seit dem Ausbruch der Pandemie fit gemacht. Das Profil der Patienten hat sich gegenüber der Anfangsphase stark verändert und nach wie vor fehlt es an geeigneten Medikamenten, sodass eine qualifizierte Rehabilitation der wichtigste Schritt in Richtung Wiedererlangung der Alltagstauglichkeit ist. In Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld will das MZG die Erfahrungen in der Behandlung von Corona-Patienten nun auch zusammentragen und systematisieren.

Die Folgen einer Corona-Infektion umfassen körperliche, geistige, seelische und soziale Bereiche. Durch das Zusammenspiel der Fachkliniken für Pneumologie und Kardiologie sowie bei Bedarf Unterstützung aus den Kliniken für Psychosomatik und Orthopädie bietet das MZG eine umfassende ganzheitliche, interdisziplinäre Rehabilitation nach Corona sowie bei der Therapie des Long-Covid-Syndroms an. Im Unterschied zu den ersten Monaten kommen aktuell vorwiegend Patienten in die Rehabilitation, die nicht beatmet wurden und teilweise nicht einmal einen Krankenhaus-Aufenthalt hinter sich haben.

Vergleichsweise häufig beklagen die Patienten über mehrere Wochen und Monate nach einer akuten Erkrankung signifikante Einschränkungen, die eine Wiedereingliederung in das Berufs- und Privatleben erschweren. Hauptrisikofaktoren für Langzeitfolgen sind ein höheres Alter, ein höherer Body-Maß-Index, schwere Krankheitsverläufe sowie weibliches Geschlecht. Als häufigste Symptome haben sich Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Aufmerksamkeitsdefizite herausgestellt.

Seit März 2020 haben rund 1.200 Patienten das Angebot für eine Reha nach Corona in der Klinik Martinusquelle genutzt und eine spürbare Verbesserung ihrer Situation erzielt. "Vorrangiges Ziel der Rehabilitation ist es nicht nur die eingeschränkte Lungenfunktion wiederherzustellen. Hinzu kommen vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der körperlichen, aber auch geistigen Fitness", erläutert Dr. Schipmann. Dazu gehören u.a.eine spezifische Atemtherapie sowie Kraft- und Ausdauertraining.

Die individuellen Ziele einer Reha nach Corona erreicht das MZG durch die patientenspezifische Kombination vielfältiger Bausteine. Dabei geht es beispielsweise um die Einstellung der individuellen Sauerstofftherapie, Physio-, Atem-, Sport- und Ergotherapie, Logopädie, eine Optimierung der Medikation sowie die Diagnostik und Versorgung von Folgeerkrankungen am Herzen. Hinzu kommen in vielen Fällen  psychologische Maßnahmen zur Unterstützung der Krankheitsbewältigung.

Bei der Wiederaufnahme von Alltagsaktivitäten empfiehlt das MZG klare Vereinbarungen über Belastungsgrenzen und eine strukturierte hausärztliche Betreuung. „Die Wiedereingliederung braucht Ruhe und Zeit, ein überhastetes Zuviel-wollen bringt keinen Vorteil“, stellt Dr. Schipmann klar. Dauer und Tempo der Belastung sollten langsam gesteigert werden. Bei einer Verschlechterung der Symptome sollten eine Pause und die Rückkehr zum absolvierbaren Niveau nach Abklingen der akuten Beschwerde-Symptomatik erfolgen.

 

Dr. med. Ralf Schipmann, Chefarzt der Klinik Martinusquelle Foto: MZG-Westfalen