Mit neuer Lunge wieder voll fit

Frühere Paralympics-Siegerin Franziska Liebhardt schwärmt von Bad Lippspringe

Ein außergewöhnliches Beispiel für den Erfolg einer Lungentransplantationsnachsorge hat das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) jetzt erlebt. Die frühere Leistungssportlerin Franziska Liebhardt ist bereits nach dreiwöchiger Behandlung in der Reha-Klinik Martinusquelle in sehr gutem körperlichen Zustand nach Hause entlassen worden. Das Besondere dabei: Die Paralympics-Siegerin im Kugelstoßen aus dem Jahr 2016 hat bereits zum zweiten Mal eine neue Lunge erhalten.

Durch den Einstieg in die Rehabilitation von Patienten, die eine neue Lunge erhalten haben, hat der Gesundheitsstandort Bad Lippspringe seit Dezember 2019 bundesweit eine enorme Aufwertung erfahren. Schließlich ist die Klinik Martinusquelle neben der Schoen Klinik Berchtesgadener Land einer von nur zwei Standorten in ganz Deutschland, die im Bereich der Transplantationsnachsorge für Lungenkranke mit großen Patientenzahlen aktiv sind. Diese Spezialisierung stellt eine konsequente Weiterentwicklung dar, denn bereits in der jüngeren Vergangenheit hatte sich die Klinik Martinusquelle auf Patienten mit schweren Lungenerkrankungen konzentriert.

Im Anschluss an eine erfolgreiche Transplantation kommen die Patienten vorwiegend aus den universitären Zentren in Hannover und Essen für mehrere Wochen nach Bad Lippspringe. Hier können sie unter anderem mit gezieltem Training von Ausdauer und Kraft eine erhebliche Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erlangen. „Nach der Rehabilitation sollen die Patienten ohne zusätzlichen Sauerstoff und andere Hilfsmittel auskommen können. Im Idealfall erreicht man sogar nach etwa einem halben Jahr die Wiedererlangung der Berufsfähigkeit“, erläutert Chefarzt Dr. Hans-Dieter Schipmann.

Franziska Liebhardt musste aufgrund einer schweren, systemischen Autoimmunerkrankung im Jahr 2009 erstmalig lungentransplantiert werden und hat 2012 zudem eine neue Niere bekommen. Die ehemalige Volleyballerin und Leichtathletin gewann mehrere Europa- und Weltmeisterschaftstitel bei den Organtransplantierten, ehe sie 2013 in den paralympischen Sport wechselte. Auch hier war sie besonders erfolgreich, ihre Karriere beendete sie mit einem Weltrekord von 13,96 Metern und der Goldmedaille im Kugelstoßen bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro.

Nach der ersten Lungentransplantation konnte sie zehn Jahre lang ein nahezu normales Leben führen, ehe 2019 erneut Probleme auftraten. Darauf folgte am 9. April 2020 eine erneute Operation in Hannover, bei der ihr die nunmehr dritte Lunge eingepflanzt wurde. Die Rehabilitation in Bad Lippspringe verlief außerordentlich erfolgreich, wie Franziska Liebhardt selbst sagt: "Ich bin ganz begeistert, es hat alles gepasst. Mit ausgewogenen Anwendungen und einem modernen Umfeld mit neuen Einzelzimmern ist die Klinik Martinusquelle der perfekte Ort für die Therapie nach einer Lungentransplantation".

Die gleiche Begeisterung bringt Dr. Schipmann für seine prominente Patienten auf. "Neben der guten körperlichen Konstitution aufgrund des langjährigen Leistungssports war die positive persönliche Einstellung entscheidend für den ganz tollen Heilungsverlauf", stellt der Chefarzt der Klinik Martinusquelle heraus. Franziska Liebhardt hat aktuell zwar keine Rückkehr in den Leistungssport geplant, möchte sich aber mit dem Handbike und beim Bergsteigen weiter fit halten. Zudem ist das vielfältige Engagement für die Organspende eine echte Herzensangelegenheit für sie.

Foto: Matthias Hack
Dr. Ralf Schipmann und Franziska Liebhardt vor der Klinik Martinusquelle